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Friday, 14. august 2009 5 14 /08 /Aug. /2009 10:21
Die Nacht verbringe ich auf meinem Fußboden. Ich fühle mich damit wohl, dem Boden so nahe zu sein. Dort schlafe ich schon seit Jahren. Dort träume ich angenehme Träume und komme flott aus dem Bett, wenn ich wie ein Nachtwandler um die Ecke ins Bad muß.

Mit den Jahren stellen sich bei mir immer mehr Eigenarten raus, die von den üblichen Lebensgewohnheiten der anderen abweichen.. Seit ich allein lebe, fühle ich mich nicht mehr allein. Ein Partner würde sich sicher nicht mir mir auf den Fußboden legen. Vielleicht am Anfang, weil er kein Spielverderber sein möchte, aber später dann wäre es für ihn auch kein solches Vergnügen mehr, wie für mich. Ich könnte sein langes Gesicht dann nicht mehr länger ertragen und würde seinem Wunsch nachgeben. Ich würde immer nachgeben, damit es ihm gut geht.

Doch insgeheim wäre diese Nachgibiegkeit von mir kein Veziicht oder Aufgabe einer Lebensgewohnheit, sondern sie käme einer Selbstaufgabe gleich.

Allein sein ist für mich nicht nur der beste Schutz gegen Einsamkeit, sondern auch die beste Vorrraussetzung um die zu sein, die ich wirklich bin.

In dieser Nacht hatte ich einen spannenden Traum dazu, der mir wieder einen Blick in meinen Spiegel erlaubte.

Ich hatte mir ein neues Domizil gesucht. Ein großes Haus mit ewig langen Fluren. In dem Haus lebten nicht nur alle Generationen sondern seine Bewohner waren international. Auf den Fluren gab es ein bewegtes Leben. Ein ständiges kommen und gehen und wechseln von einer Seite zu anderen. Das ganze Haus strotze von Lebendigkeit - es war darin wie in einem Wimmelhaus.

Auch die Wohnungen waren in einem guten Standard. Hell, groß und geräumig, genügend Raum für alles, was ich an Mobiliar unterzubringen hatte. Nach dem Aufstellen meiner Möbel gab es noch ausreichend Platz für Bewegung. Ich war rundrum zufrieden und glücklich.

Hier will ich bleiben hier will ich sein. Zufrieden lehnte ich mich nach getaner Arbeit zurück und hörte noch etwas Musik aus meinem Radio, dass ich während der Arbeiten in der Wohnung als Hintergrundmusik schon laufen lies, da klingelte es an meiner Tür. Es waren die Nachbaren - zwei junge Männer - von nebenan oder gegenüber. Mit Grollen in den Augen sahen sie mich an und baten mit mehr knurrend als freundlicher Stimme, dass ich in Zukunft mein Radio besser nicht mehr anmachen sollte. Das wäre einfach zu laut für sie und würde deshalb ihre Ruhe stören. Mit einem schnellen Blick prüfte ich, ob der Lautstärkepegel sehr hoch stand. Ich hatte ihn ja nicht verändert. Aber der Pegel stand weit unten. Es konnte also gar nicht zu laut gewesen sein, aber den beiden Herren war auch das noch zu laut. Sie legten mir unmißverständlich nahe, dass ich in Zukunft doch besser meine Anlage gar nicht erst anschalten sollte.

Ich war entsetzt darüber, dass ich dummerwiese zwei stieselige Nachtbaren in diesen vor Menschen wimmelnden Haus erwischt hatte. Ich war entsetzt darüber, dass meine neuen Nachbaren sich schon über die leisen Töne, die aus meiner Wohnung kamen, derart erregten, dass sie sich nach kurzer Zeit schon so grollig und drohend vor meine Tür stellten.

Statt nach einer Antwort sann ich nach Rückzug in meine alte mit Rückabwicklung der neuen Umgebung.....
von Treibsand - veröffentlicht in: Tägliche Qual
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